00:00:04: Ja, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Hexen, Teufel und Kanonen.
00:00:08: Unser Podcast zum Band von Matthias Tinte und Schwert.
00:00:14: Und Matthias ist natürlich wieder bei mir.
00:00:17: Ja, Matthias, wie geht's dir?
00:00:19: Wir zeichnen jetzt Ende Januar auf.
00:00:22: In etwas mehr als zehn Tagen kommt der erste Band Verwandlung raus.
00:00:27: Nerven schon, Nerven noch im Griff.
00:00:30: Guten Morgen, Markus und liebe Zuhörer.
00:00:33: Na klar, da freu ich mich total drauf, die Spannung steigt und ich bin da sehr... Ich hab gar nicht so viel Zeit, da es irgendwie in der Gegend zu fiebern, weil ich viel zu tun habe, gerade mit Veröffentlichung, mit Buchhändlern sprechen, mit Blockern, bin ich sehr intensiv zusammen, mache Leserun online, vorablesen.de, Lovelybook, solche Dinge.
00:00:57: Und... Ich komme fast gar nicht zum Schreibensitz.
00:01:01: Ja, weil eigentlich muss ja Bandzwey auch schon so langsam in den Startlöchern stehen, ne?
00:01:06: Ja,
00:01:07: genau.
00:01:08: Also seit einigen Tagen fange ich wieder an, das konsequent jeden Tag um einige Stunden einzubauen.
00:01:14: Es ist ja schon mehr als die Hälfte geschrieben, die geschichte Kapitel stehen.
00:01:21: Ein erster grob entwurfende Übersicht ist an die Lektorin geschickt worden.
00:01:26: Also es geht voran.
00:01:27: Aber ich muss jetzt echt Gas geben und es macht mir auch Spaß.
00:01:30: Es macht mir so richtig, wenn ich jetzt weiß, jetzt habe ich wieder ein paar Stunden, wo ich mich in meine Welt reinstürzen kann, in meine Geschichte.
00:01:37: Und das macht große Freude.
00:01:40: Bleiben wir mal in deiner Welt.
00:01:42: Wir wollen uns heute über Bevölkerung unterhalten.
00:01:45: Also wir haben ja schon deine Charaktere, sind wir schon durchgegangen.
00:01:48: Wir haben das letzte Mal auch über die Die Soldaten, die Söldner gesprochen, die ja zentrale Rolle spielen auch in der Abfolge von Jakob und Johanna.
00:01:59: Und jetzt geht es eben um die Bevölkerung.
00:02:02: Um das aber noch mal einzuordnen, bevor wir direkt auf die Menschen kommen, vielleicht brauchen wir noch mal so ein bisschen außen rum, so einen Blick aus der Vogelperspektive.
00:02:13: Wenn wir uns unsere Bevölkerung heute angucken, Leben wäre ja, zumindest wir beide nicht, aber statistisch gesehen, zum Großteil in Städten oder in städtischen Ballungsräumen.
00:02:28: Wie war das damals?
00:02:30: Damals war es anders gewesen.
00:02:32: Das gab der überwiegende Teil-Wall-Land-Bevölkerung.
00:02:39: Eine Stadt galt schon als groß, wenn jetzt Zehntausend Einwohner hatte, galt die schon als groß.
00:02:43: Bamberg zum Beispiel hatte etwa Zehntausend Einwohner zu dieser Zeit, also sechzehnhundertzwanzig in dem Bereich, sind ja fast ein Zehntel,
00:02:52: sind
00:02:52: gerichtet worden in der Hexenverfolgung, genau in dieser Zeit auch.
00:02:57: Deswegen weiß man da, wie die Zahlen etwa gelegen waren.
00:03:00: Dann viele Dörfer, aber viel kleiner auch als heute und so.
00:03:06: zwanzig bis sechzig Haushalte, das war so, vielleicht war das so ein Schnitt, kann man so sagen.
00:03:12: Von so einem normalen Dorf.
00:03:14: Ja, genau,
00:03:15: also von so einem normalen Dorf.
00:03:18: Und so viele Bauern deswegen, weil die Langwirtschaft damals noch nicht ansatzweise so effektiv war wie heute.
00:03:26: Also wenn heute, ich weiß nicht, wie ertragreich jetzt ein Feld ist, heute so eine Frage, das so einem Bauern bearbeitet wird, das war damals also, Nur ein Bruchteil davon gewesen.
00:03:39: Klar.
00:03:39: Deswegen
00:03:39: brauchte es so viele Bauern, um die Bevölkerung überhaupt ernähren zu können.
00:03:44: Ja, also klar, man kann sich das auch so immer nicht vorstellen.
00:03:47: Ich hatte damals, hatte ich dir ja schon mal erzählt, so ein bisschen bin ich ja mal in die Recherche eingetaucht, so Ende des achtzenden Jahrhunderts, also achtzehn, sechzehnt, sechzig, wie der Krieg hier war.
00:03:57: Und ich finde es immer erstaunlich, wenn man sich das so vorstellt, wie klein wir kommen jetzt beide aus Parkissingen.
00:04:03: Vielleicht gibt es ein paar Hörer, die Bad Kissingen auch kennen.
00:04:05: Und wenn man da sich reinliest, also noch Ende des achtzehn Jahrhunderts, schreiben die immer, der Kapellenfriedhof war außerhalb von Bad Kissingen.
00:04:15: Der ist ja heute eigentlich zentral mittendrin.
00:04:18: Wie klein damals so Städte und Dörfer sind, das muss man sich immer... Wir denken ja heute, wenn wir an Bamberg denken, an der Stadt mit hundertfünfzigtausend Einwohner, Würzburg hundertzwanzigtausend Einwohner, sowas in der Größe.
00:04:34: Ja, Irre, also war dann quasi Bamberg so groß wie Bad Kissingen heute, vom Prinzip her.
00:04:39: Ja,
00:04:40: und das war eine große Stadt.
00:04:41: Und das war eine große Stadt, ja.
00:04:43: Ja, Irre.
00:04:45: Wenn wir bei den Menschen bleiben, wie viel lebten denn damals eigentlich insgesamt im heiligen römischen Reich Deutschland Nationen, so hieß es ja damals offiziell zu der Zeit?
00:04:55: Ja,
00:04:56: also das ist ... schwer zu sagen, denn es ist ja nicht das Deutschland, wie wir das heute kennen.
00:05:01: Es war ja viel größer gewesen.
00:05:02: Das hat ja auch von der Nazi bis an die Adria, so große Teile Italiens dabei, der Elsatz, so Frankreich Teile mit dabei, Belgien, Luxemburg, Tschechien, Slowakei, das hat ja alles, also Böhmen damals, das hat ja alles noch dazugehört.
00:05:18: In diesem ganzen Bereich, wenn wir das heute die Grenzen so ziehen würden, dann würden wir davon ausgehen, dass wir etwa ein Hundertfünfzig Millionen Menschen leben.
00:05:29: Und damals, ganz grob gesagt, ein Zehntel davon.
00:05:32: Also wenn du sagst, damals ein Zehntel, dann kommt das oft so hin.
00:05:35: In den Städten, auf den Länden, die Gesamtbevölkerung.
00:05:38: Also wissenschaftliche Schätzungen gehen so von fünfzehn bis achtzehn Millionen aus in diesen heiligen holmischen Reichdeutschen Nationen.
00:05:46: Ja, ist es verrückt oder wie dünn bevölkert das dann auch?
00:05:50: Ja.
00:05:51: gewesen sein muss.
00:05:52: Also ganz viele kleine Dörfer wahrscheinlich, aber auch, man war wirklich dann auch weiter unterwegs bis zur nächsten Siedlung, bis zur nächsten größeren Stadt.
00:06:04: Richtig, genau.
00:06:05: In welchen Gebieten würdest du dann sagen, wenn wir auf den Krieg jetzt dann zu sprechen kommen, gab es denn so die meisten Opfer eigentlich?
00:06:12: Ja, das können wir mal darauf an, wie die Heere durchgezogen sind.
00:06:15: Es gab dann Gebiete wie Schweiz, Teile der Niederlande, Randgebiete Richtung Italien.
00:06:22: Die hat es nicht so schlimm getroffen.
00:06:24: Die Pfalz hat sehr schlimm getroffen.
00:06:26: Man sagt von Verlusten in Größenordnung, sechzig, siebzig Prozent.
00:06:31: Das finde ich erstaunlich.
00:06:33: Mecklenburg, dann auch später im Krieg.
00:06:36: circa fünfzig Prozent Verluste Brandenburg im gleichen Bereich, Franken auch.
00:06:41: Franken hat auch zum Durchzugsgebiet gehört.
00:06:45: Also so dreißig bis fünfzig Prozent.
00:06:48: Wo Kriegsvolk auftauchte, ging es einfach der Bevölkerung schlecht.
00:06:53: Klar, die wollten auch leben, die wollten essen und die haben sich's von da geholt, wo die Quelle war, nämlich von den Bauern.
00:07:00: Und es gab viele Orte, die wurden auch restlos ausgelöscht.
00:07:07: Ja, das hattest du ja schon ein paar Mal gesagt, auf wie wir die Soldaten gesprochen haben.
00:07:10: Das ist eigentlich nicht, die Leute sind nicht an der Kugel oder an aktiven Kriegshandlungen gefallen oder ja gefallen, sagt man dann ja, getötet worden, sondern tatsächlich durch das Drumherum.
00:07:23: Wir hatten ja auch, dass da unsere Heere größer zehn Tausend Menschen über so einen Landstrich weggezogen sind.
00:07:31: Wie so eine Heuschreckenplage, stelle ich mir das vor?
00:07:33: Absolut,
00:07:34: ich auch.
00:07:35: Das muss ja eher gewesen sein.
00:07:36: Und das Größte her hatte wohl Wallenstein gehabt.
00:07:40: Und man spricht dann teilweise so von etwa hundertvierzigtausend Soldaten.
00:07:46: Und dazu kommt der Tross, der ja teilweise noch mal doppelt so groß war.
00:07:51: Also wir sprechen dann von vielleicht dreihunderttausend Menschen und mehr, die jetzt durch ein Gebiet durchziehen.
00:07:58: Wie willst du die ernähren?
00:08:00: Ja, vor allem Irren, wenn du gerade sagst, eine Großstadt hat Zehntausend Einwohner und da kommt jetzt ein Trost, der ist zehnmal so groß wie die eigentliche Stadt.
00:08:12: Man fragt sich irgendwie, wo hat die ganzen Leute angesaugt, weil da müssen ja ganze Landstriche dann leer gewesen.
00:08:19: die dann alle da in den Krieg gezogen sind, also wirklich verrückt.
00:08:23: Lass uns noch mal bei der Bevölkerung aber bleiben.
00:08:26: Du hast jetzt, haben wir ja gesagt, Sterblichkeitsrate war dann wahrscheinlich auch sehr, sehr hoch zu der nahmaligen Zeit noch.
00:08:34: Was waren da so die, an was ist man damals geschorben?
00:08:37: Waren sicherlich andere Gründe als heute.
00:08:41: Ganz klar, ja, die Kindersterblichkeit war extrem hoch gewesen.
00:08:45: Und es gibt Zahlen, die sagen, ich hab unterschiedliche Aussagen dazu.
00:08:50: Man sagt, jedes dritte Kind hat nur das fünfte Lebensjahr erreicht oder andere Quellen sagen.
00:08:58: Jedes dritte Kind erlebte seinen fünften Geburtstag nicht.
00:09:02: Wir haben eine ganz besonders gute Quelle.
00:09:04: Das ist das Tagebuch des Soldaten Peter Hagen.
00:09:09: Der hat zehn Kinder bekommen und zwei davon sind erwachsen geworden.
00:09:14: Also eine extrem hohe Sterblichkeit bei den Kindern.
00:09:17: Dann gab es natürlich das Verhungern, das Erfrieren, das war ja Standard, nicht nur bei den Söldnern, aber nicht nur, vor allem auch bei der Bevölkerung.
00:09:26: Klar, wenn die ihren Vorratsspeicher voll haben und es kommen Armee, die durchzieht und dann die Vorratsspeicher lehrt, dann waren die Bauern die Ersten, die verhungert sind.
00:09:38: Man sagt, dass jedes Jahr etwa vier Prozent der Bevölkerung starben.
00:09:41: Im Vergleich zu heute, man liegt, glaube ich, bei irgendwo bei einem Prozent.
00:09:46: Also es war deutlich höher.
00:09:47: Und auch hier wieder sehr unterschiedlich, lokal unterschiedlich.
00:09:50: Wo kam ein Herr hin?
00:09:53: Wo kam eine solche hin?
00:09:54: Denn Seuchen waren immer ein Thema gewesen, sind immer wieder ausgebrochen.
00:10:00: Und ja, also es gab Ortschaften, die einfach vernichtet wurden.
00:10:07: Wahrscheinlich auch durch ja durch solchen Krankheiten, die auch an der damaligen Hygiene gab es ja, ich stelle mir das vor, es gab wahrscheinlich noch keine richtige Kanalisation, eine Müllabfuhr gab es wahrscheinlich auch nicht.
00:10:20: Kannst du genau?
00:10:21: Also
00:10:22: keine Hygiene, klar, es war, es hat ja so ausgesehen, der Misthaufen war vor der Tür, jetzt beim Bauernhof und die Abfälle sind alle auf den Misthaufen geschmissen worden oder einfach in den Graben.
00:10:35: und verschimmeltes Gemüse-Tierkartabel.
00:10:39: Ob's natürlich... Und das Schimmelte hat natürlich ungeziefer angelockt.
00:10:45: Ratten.
00:10:46: Ratten sind ja die Überträger der Mest gewesen.
00:10:49: Und Hygiene war ein Fremdwort.
00:10:54: Aber es war auch oft nicht möglich, Hygiene zu halten.
00:10:57: Wir hatten ja... Ne Dusche gab's nicht.
00:11:00: Wie willst du dich jetzt im Winter?
00:11:01: Wie willst du dich im Winter?
00:11:05: Man wusste, was ein Vollbad ist.
00:11:07: Das gab es bestimmt auch in reichen Adelshäusern.
00:11:10: Aber es schreitet ja schon an der Logistik.
00:11:12: Wie willst du denn eine Wanne?
00:11:15: Erst mal brauchtest du eine Wanne, die jetzt groß genug ist, dass ein Mensch sich reinsetzen kann.
00:11:20: Und dann brauchst du genug heißes Wasser herstellen, um die Wanne zu füllen.
00:11:26: Und du hattest ja noch eine Kochstelle gehabt.
00:11:28: Offenes Feuer.
00:11:29: Und so viel Feuerstellen hatten, konntest du gar nicht haben.
00:11:33: Und so viel Töpfe, um so eine Wanne mit reisen Wasser vollzukriegen.
00:11:39: Also Hygiene, Körperhygiene war ein Thema, dann, wie du schon gesagt hast, es gab keine Kanalisation.
00:11:48: Es gab, ja, es gab einen Plumsklo.
00:11:54: Wiren, Bakterien, das war alles ein Nährboden dafür.
00:11:57: Lass uns gerne mal bei den Bauern noch bleiben.
00:12:01: Das hast du ja am Anfang gesagt, das ist so die Hauptbevölkerungsgruppe damals gewesen.
00:12:09: Was waren das für Bauern?
00:12:11: Also man kennt ja heute Landwirtschaft, klar.
00:12:15: Aber das war ja zu damaligen Zeit gerade auf dem Land noch ein bisschen anders.
00:12:19: Ja, also er hat halt Getreide gebraucht.
00:12:23: Das war so ein Haupt-Nahrungsmittel, um Brot herzustellen, Hafer, Pferde, Futter vor allem auch.
00:12:30: Bei uns in der Gegend Wein.
00:12:31: Weinbau gab's damals schon, schon länger auch.
00:12:35: Und aus meinem Heimatdorf, Ramstan, damals auch, Hammelburg, auch das Weindorf.
00:12:41: Wein war auch ein begehrtes Gut.
00:12:44: Also Weinbauern, die Bauern, die eben das Feld bedient haben.
00:12:49: Und Viehhaltung gab es natürlich auch schon, Viehbauern.
00:12:53: Was waren das für Häuser, die die gewohnt haben?
00:12:56: Wie habe ich mir das so vorzustellen?
00:13:00: Sehr einfach.
00:13:01: Es waren in der Regel also Holz, Lehm, Fachwerkbau, also Holzgerüst im Prinzip, Holzkelett.
00:13:09: Und dann mit Lehm, Strom vermischt, die Wände aufgebaut.
00:13:15: Und ... Fenster, es gab kein Fensterglas damals, also das heißt die Fensterausschnitte waren sehr klein.
00:13:21: Ja
00:13:21: klar.
00:13:23: Und wenn der Bauer wohlhabend war, dann hatte er Putzenscheiben drin gehabt, das war schon was besseres gewesen oder was Gutes gewesen, ansonsten halt wirklich, es gab so von Horn, Tierhorn, abgeschabt, dass es fast durch Durchsichtig ist Pergament, um ein bisschen Tageslicht reinzulassen.
00:13:45: Aber im Winter war das dann oft einfach die Fensterlöcher einfach zu.
00:13:49: Das heißt, es war dunkel in der Stube.
00:13:52: Und das waren oft wirklich nur Räume, die ... Das waren nicht mehrere Zimmer drin, sondern das war vielleicht eine Kochterreich.
00:13:59: Und dann die Stube, wo man dann gegessen hat.
00:14:01: Und da haben dann auch die Leute geschlafen.
00:14:03: Der Stall nebenan hat nämlich auch die Funktion des Wärmens.
00:14:08: Das haben wir übrigens noch bis ins ... Da haben wir das in den Bauernhäusern nicht genutzt.
00:14:34: Es war einfach eine offene Herstelle.
00:14:37: gemauert der Betonssackel in der Küche.
00:14:41: Und da drauf wurde ein offenes Feuer betrieben und dann über Metallgestelle wurden dann die Töpfe und alles da drauf erhitzt.
00:14:53: Und oben drüber war ein riesiger Rauchfang.
00:14:57: Meist auch aus Lehm, der dann nach oben durch das Dach durchgeführt wurde.
00:15:02: Ich hab das auch in Living History, haben das miterlebt, haben auch da gekocht in dem Haus, das hundert Jahre jünger war.
00:15:10: Die haben so noch Rauch gestunken, das war unglaublich, weil du kannst einfach nicht allen Rauch dazinfangen.
00:15:16: Und der Rauch zieht sich durchs ganze Haus.
00:15:19: Und ... geschwärzte Deckenbalken ist auch in meinem Buch dann teilweise beschrieben.
00:15:25: Also die Erfahrungen, die Erlebnisse, die ich so gemacht habe, die finden natürlich auch im Buch dann eigentlich.
00:15:32: Es war dunkel, es war rauchig, es war zugegig, alles andere als gemütlich.
00:15:39: Lichtquellen hatten sie auch nicht viel mehr gehabt.
00:15:41: Eine Kerze war teuer.
00:15:43: Man hat Teig-Kerzen genutzt oder Kinsparen kennt man noch.
00:15:49: Ein Mittelbalder noch mehr verbreitet, aber da natürlich auch genutzt, also so ein hatshaltiges Stück Holz, das lange gebrannt hat, aber fürchterlich geraucht.
00:15:59: So ein dunkler, schwarzer Rauch ging davon weg.
00:16:08: Ich glaube, die Augen haben immer getrennt damals, weil überall der Rauch gewesen ist.
00:16:14: Ja, glaube ich gleich.
00:16:15: Jetzt sind wir es heute ja gewohnt, auch Abgaben und Steuern zu bezahlen.
00:16:21: Gab es so etwas zu der damaligen Zeit auch schon, weil wir haben ja auch schon mal über Geld gesprochen.
00:16:25: Also irgendwo muss es ja hergekommen sein, die sollten ja irgendwo bezahlt worden sein.
00:16:30: Ja, genau.
00:16:31: Das war immer das Riesenproblem.
00:16:33: Also, wenn ich jetzt erst mal von den Söldern weggehe, erst mal in den normalen
00:16:39: Lebensbereich
00:16:39: bin, bestellen wir uns vor, es war kein Krieg.
00:16:42: Da gab es Abgaben, auch schon viele.
00:16:44: der bekannteste, kennt man ja, der Zehnte.
00:16:48: Der Zehnte Teil von der Ernte.
00:16:51: Man konnte auch Geld bezahlen, aber in der Regel wurde immer mit Naturalien bezahlt.
00:16:56: Also vom Getreide, den zehnten Teil, von der Wiese, vom Heu, von den Tieren.
00:17:02: Und das ist für die Kirche, für den Kloster oder für den Grundherrn, ist das bezahlt worden.
00:17:08: Also der Grundherr hat den Bauernhof zur Verfügung gestellt und der Bauer musste dann eben den Zehnt bezahlen.
00:17:18: Und dann gab es aber da drüber hinaus noch den Frohendienst.
00:17:22: Also
00:17:22: er musste Arbeitsdienst bringen.
00:17:25: für den Grundherrn oder auch für die Kirche.
00:17:27: Es gab den Spannendienst.
00:17:28: Das heißt, ein Bauer, der jetzt einen Gespann hatte, einen Ochsen oder Pferde gespannen.
00:17:33: Er musste das Gespann zur Verfügung stellen, wenn jetzt eine Burg gebaut wurde, eine Kirche, ein Kloster.
00:17:40: Wenn der Grundherr irgendwas gebraucht hat, dann sind da die Spanndienste rangezogen worden.
00:17:47: Das ist, was ich wirklich total interessant finde, das Beststück gab es.
00:17:55: Wenn es im Todesfall in der Familie gab, dann hat der Grundherr Anspruch auf das Beststück gehabt.
00:18:02: Das beste Stück Vieh.
00:18:05: Also, als ob die Familie nicht schon genug gestraft werde durch den Todesfall, muss sie noch das beste Stück Vieh hergeben.
00:18:12: Das war eine wilde Geschichte.
00:18:14: Dann bei Heirat, beim Hofwechsel, also es sind immer wieder ... Abgabensteuern fällig gewesen und dazu kamen dann aber auch noch Sonderabgaben, beispielsweise die Kriegsteuer.
00:18:29: Sehr bekannt war die Türkensteuer.
00:18:32: Die Osmanen haben ja das heilige römische Reich, haben das ja immer wieder bedroht, so aus Ungarn und vom Osten über Ungarn einfallen, um da eben die Armee zu bezahlen, wurde eine Türkensteuer eingeführt und Das war eine sogenannte Reichssteuer, also es gab die Reichssteuer, das gab natürlich die Steuern, der Herzhock über der Fürstentümer und der Städte und der Gemeinden.
00:19:01: Also,
00:19:02: ja.
00:19:03: Nicht zu knapp.
00:19:03: Nicht
00:19:04: zu knapp.
00:19:05: Nicht zu knapp.
00:19:05: Also, seitdem kaum was geändert ist.
00:19:08: Und dazu, es kam ja noch was dazu.
00:19:10: Es gab das Landesaufgebot und zwar... Das bedeutet, dass Militärische Verteidigung, wenn jetzt eine Grafschaft bedroht war, dann müssten die Bevölkerung die Männer Menpower stellen und aufgeboten an der sich das meistens zum Beispiel jeder Zehnte.
00:19:35: Jede Zehnte, man musste für eine bestimmte Zeit in den Kriegstienst.
00:19:41: Meistens örtlich eingesetzt, eben zur Verteidigung.
00:19:45: Und dann wurde denen irgendeine Waffe in die Hand gedrückt.
00:19:47: Ich nehme an, vielleicht irgendwie eine Hellebade, irgendein Spieß, irgendwas Einfaches.
00:19:52: Ein Schwert, Degen, Dolch, solche Dinge.
00:19:56: Und du kannst ja natürlich vorstellen, dass die schlecht ausgebildet waren und auch sehr schlecht motiviert.
00:20:01: Die wurden lieber ihren Hof für Wirtschaften, weil die auch noch die die Abgaben erarbeiten mussten.
00:20:07: Und dann sind sie da irgendwo eingeteilt zur Landesverteidigung.
00:20:11: Und ja, es ging den Menschen wirklich schlecht.
00:20:14: Die mussten viel
00:20:15: leisten.
00:20:16: Wahnsinn.
00:20:17: Und in den Städten, dass uns mal zu der anderen Bevölkerungsgruppe kommen, war es denn da wirklich besser?
00:20:23: Es kommt darauf an, wie du das siehst.
00:20:25: Also manche Dinge waren bestimmt besser.
00:20:27: Eine Stadt bot einen besseren Schutz, weil eine Stadt in der Regel eine Mauer hatte.
00:20:32: Türme, Wachtürme, Wachtpersonal.
00:20:35: Also eine umherziehende Band, was es sehr oft gab, von entlassenen Zölden, beispielsweise.
00:20:43: Oder Männer, die verletzt waren, Handicap waren.
00:20:49: Bein ab, Arm ab, irgend so was.
00:20:51: Da gab es keine Verwendung mehr im Krieg.
00:20:53: Es hat sich aber auch niemand um sie gekümmert.
00:20:55: Sie mussten irgendwie überleben, haben sich oft zu Banden zusammengerottet, um zu betteln, aber auch um zu überfallen.
00:21:03: Und die sind natürlich nicht in die Städte reingekommen, weil sie da zu schwach gewesen sind.
00:21:09: Aber in der Stadt gab es natürlich andere Probleme.
00:21:14: Da waren natürlich die Menschen ganz dicht aufeinander, lebten die da.
00:21:18: Dann gab es dann oft Einquartierungen.
00:21:20: Wenn Söldner her, wenn der Winter kam, haben sie dann einfach gesagt, so jetzt quartieren wir unsere Leute ja ein.
00:21:28: In Kissingen, damals vielleicht tausend Mann oder zweitausend Menschen, die gelebt haben, da stecken wir mal dreihundert Soldaten rein.
00:21:36: Und in den Dörfern auch so.
00:21:38: Also es wurde in den Städten vor allem noch enger.
00:21:42: Und wir haben vorhin schon darüber gesprochen, das Riesenthema Hygiene.
00:21:47: Also es gab keine, in der Regel keine Kanalisation.
00:21:50: Sehr interessant, denn zur Römerzeit noch eineinhalb Tausend Jahre vorher gab es schon, es gab übrigens auch eine Fußbodenheit zu
00:21:58: den steilenden
00:21:58: Römern.
00:21:59: Und das war alles wieder verschwunden gewesen, also wirklich große Schritte zurück in die Steinzeit.
00:22:06: Und Abfälle wurden auf die Straße geschmissen, es gibt Berichte, wo dann aus dem ersten Stock oben, also es wurde in der Stadt auf die Höhe gebaut, aus Platzgründen.
00:22:17: So erster, zweiter Stock.
00:22:19: Und wie dann oben aus dem ersten oder zweiten Stock dann die Pisspötte auf die Straße gelehrt wurden.
00:22:27: Und unten laufen natürlich die Passanten vorbei.
00:22:30: Und Fekalien und der ganze Müll war ein Problem gewesen.
00:22:36: Deswegen auch immer wieder die Seuchen ausgewählt.
00:22:40: Und man wusste ja noch nicht, wie das zusammenhängen.
00:22:44: Jetzt haben wir gesagt, auf den... im Land hauptsächlich Bauern, von was haben sich die Menschen dann in der Stadt, also was war deren Tagwerk, was haben die gemacht?
00:22:54: Hauptsächlich Handwerker und das war sehr stark hier reiche.
00:22:59: Schmiss heute noch ist aufgeteilt, also es gab den Meister, es gab den Gesellen, es gab den Lehrling und es gab die Zünfte.
00:23:07: Die Zunst war so aus meiner Gewerkschaft, noch strafferorganisiert, die regelte wer, zum Beispiel eine Gesellenprüfung oder eine Meisterprüfung machen durfte, wer einen Betrieb aufmachen durfte, wie viele Betriebe es gegeben hat, zwar als er sehr stark reglementiert.
00:23:22: Und es gab Handwerker in allen Bereichen, also im Lebensmittel natürlich Becker Metzger, das klassische Bierbrauer, dann Textil im Bereich, den Schneider, den Tuchmacher, Färber.
00:23:38: Die Sattler, die Hutmacher gab es auch, Hütte waren ja sehr.
00:23:42: Jeder hatte eine Kopfwette, Ungarmoß gehabt.
00:23:45: Dann Goldschmiede in den Städten, Hümmberg war eine der reichen Städte, Augsburg, die Drexler.
00:23:53: Aus dem Baubereich, da gab es Maurer, den Zimmermann natürlich, Steinmetz, den Glaser, den Korbflechter.
00:24:01: Es gab die Drucker, es gab die Kerzenzieher.
00:24:04: Und es gab aber auch ... viele Kaufleute.
00:24:08: Und Händler, es gab die Dienstboden, Magde, Knechte.
00:24:12: Und dann gab's auch noch natürlich den Henker.
00:24:16: Todengräber, die Türmer, das waren also die Wachmänner.
00:24:20: Die Handwache, übrigens ein Riesenthema.
00:24:22: Vorher war immer eine Gefahr.
00:24:26: Brandschutz gab's ja nicht, das wurde sehr viel mit Holz gebaut.
00:24:31: Und jetzt stellt er vor, im Sommer, wenn's ein wirklich trockener ... heißer Sommer war und es gab ja immer ein Feuer in den Häusern zum Kochen.
00:24:42: Also da war wirklich die Brandgefahr enorm hoch und es hat auch öfters gebrannt.
00:24:49: Gibt es übrigens auch noch ein lebendiges Beispiel in Barkisingen, der sogenannte Feuer-Türmle?
00:24:55: direkt in der Stadt heute, ja Vereinsheim des Rhönklubs Bad Kissingen.
00:25:02: Und wenn man dort im Vereinsheim ist, kann man, wenn man den Turm eben geht, die kann man oben, wir haben so einen Rundumblick, dreihundertsechzig Grad Blick und das war früher ein Feuerturm in Bad Kissingen, steht heute noch direkt neben der Marienkapelle.
00:25:14: Ja, das ist ja klasse.
00:25:16: Ja, und es gab natürlich ... Manche Städte hatten sich spezialisiert, wie beispielsweise Nürnberg war bekannt für Feinmechanik, die SDU-Handline aus Nürnberg, auch Waffenlieferung aus Nürnberg und für Waffen ganz besonders bekannt war Sul.
00:25:36: Heute noch.
00:25:37: Waffenstadt, ja, stimmt.
00:25:39: Genau.
00:25:42: Ja, Geistlichkeit gab's mit Sicherheit dann auch im Noch der Kirchen.
00:25:46: Musikgruppe.
00:25:47: Ja, die alle
00:25:48: in der Stadt
00:25:49: gelebt
00:25:49: haben wahrscheinlich.
00:25:50: Also von Bischof runder über die Pfarrer, die Priester, die Mönche, die Nonnen, also der Glaube war insgesamt extrem präsent
00:26:06: und
00:26:06: dadurch auch extrem viel Personal auch von... Gängliches Personal.
00:26:13: Ja, heute reden wir von, wenn wir uns so einen Alltag, ist ja so ein geflügeltes Wort, nine to five.
00:26:18: Also das wollen wir so auf die Arbeit gehen.
00:26:20: Vorher ist Schlafen frühstücken und nachher ist dann noch ein bisschen Freizeit, Hobby.
00:26:26: Sport, was derjenige auch immer mag.
00:26:32: Wie sah denn so die Work-Live-Balance im sechzehnten Jahrhundert aus?
00:26:38: Also etwas anders.
00:26:43: Das gab es einfach gar nicht.
00:26:45: Das war überhaupt nicht die Frage, dass man Urlaub.
00:26:50: Übrigens, das Wort Urlaub gab es schon beim Militär.
00:26:55: hat auch bedeutet, der Soldat darf sich entfernen von der Truppe auf legale Art und Weise, aber in der Zivilbevölkerung nicht.
00:27:02: Und der Tagesablauf hat sich nach den Jahreszeiten gerichtet.
00:27:09: Also, im Sommer sehr lange Tag viel arbeiten, früh aufstehen, das Vieh versorgen.
00:27:13: Damit geht es ja schon mal ums die Milchkommus, die Molken werden, die Tiere müssen, die Schweine, die Hühner.
00:27:19: Es muss ja alles gefüttert werden, versorgt werden.
00:27:21: Und ... Dann die Aussaat, es muss geerntet werden.
00:27:27: Es war ja alles extrem mühselig.
00:27:29: Es gab ja so gut wie keine Maschinen, die unterstützt haben.
00:27:33: Und dann, du kennst vielleicht den Dreschpflege noch.
00:27:36: Ja, klar.
00:27:37: Ja, das war ja so die Bauernwaffe auch, so den Kriegen, den Bauernkriegen davor.
00:27:43: Also mit so eine Stange, wo über den Leder rieben, noch mal so langer Holzklotz dran
00:27:49: war.
00:27:50: um die Kanne aus dem Getreide rauszuschlagen.
00:27:52: Also es war wirklich mühselige Arbeitsprozesse.
00:27:57: Und da wurde der ganze Tag genutzt, im Prinzip zu arbeiten.
00:28:00: Im Winter waren die Tage entsprechend kurz, haben sie wenig gemacht.
00:28:04: Da wurden natürlich viele Arbeiten im Haus erledigt, Korbflechten, beispielsweise Kleidung flicken, Schuhe flicken, also reparieren.
00:28:18: Damals war man sehr nachhaltig gewesen.
00:28:21: Da könnte ich
00:28:22: nicht
00:28:22: eine Scheibe davon abschneiden.
00:28:25: Es wurde natürlich alles sehr gut benutzt, verwendet bis gar nicht mehr zusammenhielt.
00:28:33: Kleidung wurde gepflegt, wurde zusammengenäht.
00:28:38: Es wurde immer das Beste draus gemacht.
00:28:43: Man konnte ja nichts kaufen, man musste das, was man hatte, erhalten.
00:28:48: Dann gab es ja dann auch noch einen Sommer, natürlich die Gattenerbeit, man wollte ja auch Gemüse haben, Obst, Äpfel, Birnen, das war ja immer wertvoll.
00:29:01: Wie saßen damals, wenn wir, wir saßen eigentlich mit Bildung aus, weil das spielt ja in deinem Buch auch eine entscheidende Rolle, Jakob kann lesen und schreiben.
00:29:15: Ist man damals auch zur Schule gegangen?
00:29:18: Gab es sowas eigentlich schon?
00:29:21: Es gab sowas.
00:29:22: Es war so in den Anfängen gewesen.
00:29:24: Grundsätzlich war aber erst mal noch Bildung ein Privileg der Kläriker.
00:29:33: Und die haben Latein gelernt, lesen, schreiben.
00:29:36: Und der Adel, der konnte sich das auch leisten.
00:29:42: Und die jungen Adligen wurden oft auf Kavaliersreise geschickt.
00:29:46: Das finde ich klasse.
00:29:47: Das
00:29:47: bedeutet, was ist Kavaliersreise?
00:29:49: Das heißt, der junge Adelssohn wurde nach Italien zum Beispiel geschickt oder nach Frankreich.
00:29:56: Und um dort die Sprache zu lernen oder nach Spanien und dort für ein Jahr lang zu leben bei einer anderen Adelsfamilie oder einfach von ... Ort zu Ort zu tingeln, da man ein paar Wochen bleiben oder ein paar Monate Sprache lernen, gesellschaftliche Pflichten lernen, teilweise dann auch höfische Umgangsformen.
00:30:22: Aber das musste natürlich alles bezahlt werden.
00:30:24: Ich spiele auch eine... Nein, eine Rolle spielt es nicht in meinem Buch, aber es wird erwähnt.
00:30:28: Der Heinrich... Eigentlich
00:30:29: sowas, wie man sagt, eine Art Schülle austauschen.
00:30:32: Ja, genau.
00:30:34: Oder heutzutage ...
00:30:36: Auslandssemester.
00:30:36: Genau,
00:30:37: wenn ihr Kinder ins Ausland geschickt, Auslandssemester gemacht.
00:30:40: Ich finde das genial, dass die Kinder wirklich was fürs Leben haben, weg von den Eltern.
00:30:45: Genau.
00:30:46: Und in einem anderen Land, in einer anderen Sprache, das hat man damals gemacht.
00:30:50: Aber das war dem Adel vorbehalten, weil es nur der reiche Adel sich leisten konnte.
00:30:58: Die arme Bevölkerung, die konnte in der Regel nicht die Arme in.
00:31:03: Die Bevölkerung insgesamt konnte in der Regel nicht lesen und schreiben.
00:31:07: Es gab, sechzehnhundertachzehn, wenn die Geschichte angeht, es gab in meinem Nachbardorf damals, Sulztal, da gab es einen Schulmeister.
00:31:19: Und es wurde Schulunterricht angeboten.
00:31:21: Es kam in Ramstal auch schon so an.
00:31:23: Da wurde dann auch ein Schulmeister etabliert.
00:31:28: Aber es wurde kaum angenommen, denn es kostete Schulgeld.
00:31:31: Und es gab kein Geld oder kaum Geld.
00:31:34: Das war der eine Grund und der andere Grund war, die Bauern brauchten ihre Kinder.
00:31:39: Zu arbeiten, ja, klar.
00:31:41: Vor allem bei der Ernst.
00:31:43: Wenn Licht war, wenn man lernen konnte, dann war man draußen bei der Arbeit.
00:31:47: Dann
00:31:47: wurde man für die Arbeit gebraucht.
00:31:49: Auch das spielt eine Rolle, kann man in den ersten Kapiteln sehen, den Konflikt zwischen Jakob und seinen Vater, weil der Vater möchte ja, dass Jakob ... als Bauer unterstützt und dann irgendwann auch den Hof übernimmt.
00:32:02: Und Jakob hatte ja ganz andere Pläne.
00:32:06: Und da gibt es den Konflikt, ich glaube in Kapitel drei oder so.
00:32:10: Also irgendwo da wird man das sehen.
00:32:12: Diesen Konflikt damals.
00:32:14: Lernen wurde als unnötig angesehen.
00:32:16: Wir brauchen schon Lesen schreiben können.
00:32:18: Wir müssen auf dem Hof arbeiten.
00:32:20: Das Vieh muss versorgt werden.
00:32:22: Also Lesen schreiben war noch eine Ausnahme.
00:32:27: Was aber sicherlich keine Ausnahme war, war damals der Aberglaube.
00:32:31: Auch da haben wir ja schon ein paar Mal darüber gesprochen.
00:32:33: Gerade bei den Söldnern haben wir uns intensiv auch dem Thema ja schon mal gewidmet.
00:32:38: Aber das gab es mit Sicherheit bei der allgemeinen Landbevölkerung.
00:32:41: Die waren nicht minder abergläubisch sicherlich.
00:32:44: Absolut.
00:32:45: Und niemand stelle die Existenz Gottes in Frage.
00:32:49: Genauso wenig aber wie die Existenz des Teufels der Dämonen und der Hexen.
00:32:54: Und wir lachen heute darüber, was für uns aber ... Heute Aberglauben ist, war damals selbstverständliche Realität.
00:33:02: Und man hat.
00:33:04: in allen ungewöhnlichen, hat man Zeichen und Ohmen gesehen, ein todes Tier vor der Tür, ein Kometenstreif.
00:33:16: Ein schlechter Traum oder ein Hagelschlag zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit, das bedeutete Schlechtes.
00:33:23: Also alles Unglück.
00:33:24: Man musste eben eine Ursache haben, den Schuldigen.
00:33:26: Man suchte eben die Schuldigen.
00:33:29: Ja, Menschen suchen einfach auch Erklärung.
00:33:31: Weil vieles, da hatten sie ja gerade von der Schule Bildung, gab es nicht oder ganz wenig.
00:33:37: Und wenn ich mir was nicht erklären kann, dann muss es ja dafür irgendeinen Grund geben.
00:33:41: Und dann ist der wahrscheinlich irgendwie übernatürlich.
00:33:44: Ganz genau.
00:33:44: Und dann gab's, man hat versucht, sich zu schützen davor.
00:33:50: Mit Weihwasser, mit Kruzifix, mit geweiden Amuletten, mit Zeichen an der Tür.
00:33:58: Man hatte Angst.
00:34:00: Und die Kirche verstanden das natürlich hervorragend, diese Angst zu schüren.
00:34:04: Wenn Menschen Angst haben, kannst du sie lenken.
00:34:06: Da kommt, übrigens, dann auch plötzlich kommen wir wieder in den Bereich Ablasshandel.
00:34:12: und Schuldbewusstsein erzeugen, wenn du kein sündenfreies Leben führst, dann kommst du ins Fegevorher, aber du kannst natürlich deine Fegevorherzeit verkürzen oder dich komplett frei kaufen, wenn du Geld bezahlst für die Kirche.
00:34:31: Und man kann das auch sehen, wie die Angst geschürt wurde.
00:34:35: Schreiben, lesen, konnten ja wenige von der normalen Bevölkerung, aber... Die Menschen gingen in die Kirche.
00:34:41: Es war ja so was wie eine Pflichtveranstaltung im Grunde auch.
00:34:44: Also, wenn du nicht in die Kirche gingst, dann warst du auch sozial geächtet.
00:34:48: Und die von der ... Die Prediger.
00:34:53: von der Kanzel aus haben sie natürlich die Menschen manipuliert.
00:34:58: Kannste nicht anders sagen.
00:34:59: Und ... Aber auch über Zeichnungen, über ... Also, wir kennen alle den Teufel mit den Hörnern und ... mit dem Teufelsschwanz und die Dämonen mit hässlichen Fratzen.
00:35:12: Man sieht das auch auf Kirchengebäuden, in vielen Darstellungen.
00:35:20: Also so ein Monster halt, Mensch halt hier und das ist der Dämonen und da die Hexen dazu und nehmt euch ein Acht vor denen und wenn ihr kein gottgefälliges Leben führt, dann droht euch der Dämonen und der Teufel.
00:35:37: Und so sind die Menschen kontrolliert worden.
00:35:39: Und dadurch natürlich dann auch die Hexerei, die Hexen oder die vermeintliche Hexerei, die Hexen, Verfolgung Hexen.
00:35:49: Verbrennungen, Hexen, Echtung, das hatten wir ja auch schon immer.
00:35:52: Ganzes Kapitel dazu.
00:35:54: Kommt ja auch aus einem gewissen Aberglaube raus.
00:35:56: Und da kraft ihr alles ineinander.
00:35:58: Die Menschen hatten Angst, die Kirche hatte die Erklärung gehabt.
00:36:01: Ja, es sind ja die Hexen, die von Teufel und den Dämonen verführt werden.
00:36:07: Und die Hexen sind schuld an dem Wetter.
00:36:09: Es gab ja die kleine Eiszeit damals, also schlechte, lange kalte Winter, schlechte Sommer, schlechte Ernten, Hungersnöte.
00:36:17: Und hier spließt das wieder zusammen.
00:36:19: Das musste eine Ursache haben.
00:36:20: Warum ging es den Menschen so schlecht?
00:36:22: Warum kam der Krieg?
00:36:24: Und das war alles Gottesstrafen.
00:36:26: Und die Schuldigen waren dann die Hexen gelesen.
00:36:32: Ja, wieder mal ein spannender Einblick in die damalige... Zeit.
00:36:37: und ich glaube, wenn man sich so das bewusst macht und immer mal auch jetzt mit dir spricht und das anhört, das macht mich dann tatsächlich auch immer manchmal so ein bisschen demütig und dankbar, wenn wir heute ja oftmals jammern oder nörgeln verfeilen über unsere heutigen Zeit, ja, das gab schon mal andere Probleme hier.
00:37:02: in diesem Fleckchen Erde.
00:37:05: Und daher sind wir einfach froh und dankbar, dass wir in der heutigen Zeit leben können, auch wenn wir natürlich da unsere Herausforderungen haben.
00:37:13: Vielen Dank dir.
00:37:14: Nächste Mal widmen wir uns dem Thema Waffen.
00:37:17: Waffen und Technik.
00:37:19: Mit Sicherheit auch wieder super spannend.
00:37:22: Du hast ja da auch schon deine eigenen Erfahrungen machen dürfen.
00:37:25: Oh ja.
00:37:26: Als Musketeer.
00:37:27: Oh ja.
00:37:29: Von daher bin ich gespannt, was du da dann aus der Live-Echterfahrung berichten kannst.
00:37:34: Und ja, freue mich drauf und freue mich schon auf das nächste Mal.
00:37:39: Ich sage danke dir und danke fürs Zuhören.
00:37:42: Und dann... Alles Gute weiterhin.
00:37:44: Vielen Dank, Markus.
00:37:45: Vielen Dank, liebe Zuhörer.
00:37:46: Und ich freue mich auf nächstes Mal.