Hexen, Teufel und Kanonen

Hexen, Teufel und Kanonen

Transkript

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00:00:00: Der Hengst schlieg auf, wirrte.

00:00:03: Warten!

00:00:04: brüllte Heinrich um sich selbst zu bezwingen.

00:00:07: Er wollte angreifen oder abhauen nicht warten Nicht zusehen wie der Feind wütet.

00:00:13: Warten gab die Möglichkeit zu denken und die Möglichkeit zur Angst.

00:00:24: Ja damit herzlich willkommen zu Hexentäufel und Kanonen.

00:00:29: unserem Podcast Zu Tinte und Schwert.

00:00:31: gegenüber sitzt der Autor dieser Zeilen, die ich gerade vorgelesen habe.

00:00:34: Matthias!

00:00:35: Herzlich willkommen!

00:00:36: Schön, dass du wieder da bist.

00:00:37: Hallo Markus!

00:00:38: Ja, ich freue mich auch sehr.

00:00:41: Und wir haben das letzte Mal ja schon über Kriegshandlungen gesprochen und da haben wir uns hauptsächlich über die Fußsoldaten beschäftigt.

00:00:50: aber auch über die Waffen haben wir unterhalten und ganz zum Ende kamen wir ja schon mal so ein bisschen auf die Reiterei Und den wollen wir uns heute widmen, der Reiterei.

00:01:03: Wenn wir aber an Krieger und Reiter denken, dann denkt man ja vielleicht als Allererstes haben wir im letzten Mal auch schon mal kurz gesprochen über Ritter.

00:01:14: Aber Ritter ist eher so Zeit des Mittelalters oder?

00:01:16: Also das hat im dreißigjährigen Krieg gab es da noch den Ritter?

00:01:22: Der Ritter war in der frühen Neuzart ausgestorben, war ein Auslaufmodell gewesen Und hat mehrere Gründe.

00:01:30: Der klassische Ritter hat ja mit Nahkampfwaffen gekämpft, also Hiebstichwaffen-Lanze und er ist also ran direkt an den Feind.

00:01:39: Mit seiner Rüstung war er geschützt gegen die anderen Hiebstichwaffe, gegen Armbrust, gegen Pfeil und Bogen.

00:01:47: aber dann kamen so etwa ab dem fünften Jahrhundert die Schusswaffen

00:01:51: auf.

00:01:52: Und da hat man plötzlich eine Distanzwaffe gehabt die in der Lage war, eine Ritterrüstung zu durchschlagen.

00:01:58: Und der zweite Grund war ... Die Taktik hat sich geändert und das Fußvolk ist davor raus.

00:02:05: Die Schweizer Reißläufer, die es damals gab, haben die Piken noch länger gemacht.

00:02:10: Also diese Stangen mit der Spitze, fünf und ein halb Meter lang manchmal sogar noch länger.

00:02:15: Und haben sie quasi im Verbund gegen den feindlichen Reiter eingesetzt.

00:02:21: Da hatten die Reiter die Ritter damals keine Chance mehr gehabt.

00:02:24: Wenn die da reingeritten sind, haben sie sich ja selbst aufgespießt.

00:02:27: Und dann wurde der Ritter tatsächlich uninteressant und er verschwand.

00:02:37: Aber im Laufe der Zeit hat man das wieder angepasst und auch die Bewaffnung des Ritters wieder angepast.

00:02:45: Dann ist daraus in der frühen Neuzeit der Krasier entstanden.

00:02:50: Es gab noch so ein Zwischending den Lanzenreiter der also sehr eng an dem Ritter angelehnt ist.

00:02:57: Der hat auch eine Lanze, kämpft mit der Lanze wie der Ritter auch, hatte aber schon die Ratschlosspistolen gehabt – wie der Kerasier!

00:03:05: Der Lansenreiter verschwand in den ersten Kriegsjahren des dreißigjährigen Kriegs weil die Ausbildung sehr umfangreich und sehr kostspielig war, sehr aufwendig und deswegen hat sich das Ganze dann auf den Kerasiere konzentriert.

00:03:19: Das waren sowas wie der Elite-Kämpfer damals gewesen.

00:03:24: Okay, auf den Elite-Kämpfer kommen wir glaube ich dann auch später nochmal.

00:03:29: Aber es gab ja glaube ich noch zwei Untergattungen.

00:03:32: zumindest tauchen die auch bei dir mal auf im Buch.

00:03:37: Es gibt ja nicht nur den Kyrasir als Elitekämpfer sondern es gab noch andere Formen

00:03:43: Genau!

00:03:43: Es gab vor allem noch den Archebusier und den Dragona.

00:03:48: Ganz grob kannst du sagen Man unterteilte in schwere Reiterrei, leichter Reiterai.

00:03:53: Schwere Reiterei war der Khorazir und auch der Lanzenreiter in den ersten Kriegsjahren noch.

00:03:58: Leichte Reiterei eben der Archibosier und der Dragona weil die keine Rüstung oder nur leichte Rüstungen trugen und auch nicht die schweren Schlachtrösser hatten sondern kleine, leichte, wendige Pferde.

00:04:12: denn das Wendigkeit, Schnelligkeit das war gefragt.

00:04:15: Naja klar, klar weil das ist ja denke ich auch gerade Wenn es auf die Pferde da ankommt und wenn sie das anreiten, dann muss es ja schnell gehen.

00:04:28: Das ist ja was denen auszeichnet weil langsam waren die anderen ja ohnehin.

00:04:33: also das ist ja die Funktion der Leiter.

00:04:38: Genau du hast jetzt gesagt Acapuziere da Gruner lass uns mal bei den Acapuzzieren bleiben kommt der Name ja von dieser Arke Buse, hast du gesagt?

00:04:49: Was war das genau?

00:04:51: Lass mich kurz noch erklären zu der leichten Reiterrei.

00:04:53: Der Einsatz der leichen Reiterlei die haben nicht diesen Frontalangriff durchgeführt wie die Kerasiere sondern wurden eingesetzt für Aufklärung spätdienste zum Schutz der Marschkolone schnelle Vorstöße überfall vom feindlichen Nachschub von Tross Verfolgung geschlagener Truppen, wie es zum Beispiel in Tinde und Schwerd auch ganz gut beschrieben ist.

00:05:16: Und ungeschützte Infanterie in der Vorbereitung der Angriffe der Kurasiere zu bedrängen.

00:05:23: Der Archibusier hat seinen Namen von der Waffe, der Argebuse.

00:05:29: Die Argebuße ist so ein Zwischending zwischen Radschlosspistole und schwere Musketen.

00:05:40: Die konntest du vom Pferd aus bedienen.

00:05:43: Also leichter als die Muskete, von der wir das letzte Mal hatten?

00:05:46: Gerade zum Beginn des Kriegs hat so eine Muskette durchaus noch ein Gewicht von zehn Kilogramm gehabt.

00:05:52: Das kannst du auf dem Pferde nicht mehr bedienen und die Musketen haben auch in der Regel einen Luttenschloss.

00:05:59: Das heißt, du hast ne glühende Lunde, die dann das Zündkraut oder die Zündung einleitet.

00:06:06: auf den Pferden fast nicht machbar ist.

00:06:08: Eine A-Gebuse, Nummer eins viel leichter.

00:06:11: Und zum zweiten hat sie in der Regel auch einen Radschluss gehabt.

00:06:16: Das war vom Pferdaus bedienbar.

00:06:21: Vorläufer von Gewehr, kleine Moskede ist auch mit zwei Händen geschossen worden und hatte einen Riemen gehabt.

00:06:29: Der Archebusier hat sich dann eben wenn er sie nicht gebraucht hat einfach... um sich gehängt oder einen Hagen gehängt, da draußen ist oder ganz dann später der Karabiner entstanden.

00:06:38: Also Karabinahaken und Karabine.

00:06:40: diese Waffe das war so.

00:06:43: die Archibuse war so der Vorläufer gewesen.

00:06:46: Ja bei diesen Feuerwaffen kommt es ja eigentlich immer auf zwei Faktoren drauf an wo wir letzte mal schon drüber gesprochen haben einmal um Durchschlagkraft und auch um Treffsicherheit.

00:06:56: wie war das so bei der Archibusel?

00:06:59: Garant habt ihr im Vergleich zu dem, was wir letztes mal besprochen

00:07:02: haben?

00:07:02: Genau.

00:07:02: Also die lag da wirklich zwischendrin ... Die Radschlosspistole hatte in der Regel keine Visiereinrichtung.

00:07:08: Da hast du also gezielt so wie du mit dem Finger auf den Menschen deutest und die Akkubuse in der Regel schon so wie die Muskeute auch eine Zieleinrichtungen gehabt.

00:07:20: Und hast also besser treffen können, auch auf Distanzen auf dreizig vierzig fünfzig Meter Und Durchlagskraft.

00:07:27: Das ist ein interessantes Thema.

00:07:30: und die Anfangsenergie, also die chinesische Energie, wenn eine Kugel den Lauf erlässt war sehr hoch.

00:07:37: Die war den heutigen, den Spitzgeschossen gleichwertig oder sogar noch schneller.

00:07:43: Und das heißt auf Nahdistance haben die Waffen damals eine verheerende Wirkung gehabt.

00:07:51: aber die Kugeln was hier rund sind haben einen sehr hohen Luftwiderstand und werden entsprechend stark abgebremst.

00:07:58: Deswegen verläuft sich die Wirkung, die kinetische Energie, die Durchlagskraft natürlich sehr schnell, sehr rapide mit zunehmender Distanz.

00:08:07: Und dazu kommt ja auch noch das der Feind zum Teil in Rüstung wartet.

00:08:13: Der feindliche Karassier beispielsweise, der feindlichen Pikinier hat sehr oft Rüstungen an.

00:08:20: Und diese Blächtärge, die reichte von ein Millimeter bis fünf Millimeter ... Und oft haben sie dann noch unten drunter zusätzlich einen dicken Lederkoller, also so was wie ein Ledermangel getragen.

00:08:34: Also da hast du schon anständig Energie gebraucht um deine Kugel dadurch zu pressen und deswegen war es nicht sehr sinnvoll mit einer Ratschlosspistole aus der Distanz größer als zehn Meter zu schießen.

00:08:51: Die hat vielleicht das Blech durchschlagen aber ist dann in den Lederkollen stecken geblieben oder hat nur leichte Verletzungen zugefügt.

00:08:57: Und eine Akebuse, also es ist etwa so.

00:09:01: Die Pistole ... die Kugel der Pistolen hatte so elf bis vierzehn Millimeter Durchmesser gehabt bei der Akebusse so vierzehnt bis siebzehn millimeter.

00:09:11: Bei der Muskete war die Kuge so siebzen bis zwanzig Millimeter stark.

00:09:18: das sind so grobe Anhaltswerte.

00:09:20: und die Akebuße war sinnvoll einsetzbar auf Entfernung bis vierzig Meter vielleicht Lundenschlossmuskete vielleicht bis auf siebzig Meter.

00:09:31: Und ja, mit Glück konnten es da auch auf hundert Meter noch jemanden treffen.

00:09:35: aber wir haben ja schon drüber gesprochen.

00:09:36: die Treffsicherheit nahmen Norm ab und eben auch die Durchlachskraft.

00:09:41: Du hast ja sogar hier was dabei ne?

00:09:44: Also man kann's ja im Podcast jetzt nur hören.

00:09:48: Das ist jetzt tatsächlich, also man hört es ja wenn's auf den Tisch fällt.

00:09:52: Ist das unheimlich laut?

00:09:53: Das ist so eine Vierzig Gramm Kugel, ne?

00:09:56: Genau!

00:09:56: Das ist eine Kugeln meiner Moskete, siebzehn Komma fünf Millimeter Durchmesser wiegt etwa vierzig Grammen und wenn du die in die Hand nimmst dann kannst du dir schon vorstellen was das Teil für eine Verletzung

00:10:10: zufügt.

00:10:11: Allein so... Also wenn da allein wenn ihr das jetzt auf einen Kopf werfen würdest hast du doch eine ordentliche Beule

00:10:18: Genau, aber das sind Bleikugeln.

00:10:20: Also jetzt legt er nicht die Vier ab!

00:10:23: Ja und ja das war also wirklich... Die haben schlimme Verletzungen herbeigeführt und die meisten Kugeln hochinteressant waren nicht so rund wie diese Kugel hier.

00:10:37: Beim Gießen der Kugelt bleibt es so ein Zappen übrig der manchmal noch weggezwickt wurde, aber oft auch nicht.

00:10:45: Du hast also wenn du den Zapfen dran gelassen hast dann hast du automatisch einen Dumm-Dum geschossen gehabt.

00:10:50: Also die Kugel ist dann wirklich rotiert und hat entsprechend noch größere Verletzungen ins Fleisch gerissen.

00:10:58: Aber halt nur auf sehr nahe Distanz, wie du gesagt hast.

00:11:03: Das haben wir ja letztes Mal schon drüber gesprochen.

00:11:05: Es war schon Auge in Auge eigentlich.

00:11:07: Es waren keine Schaffschützengewehre, die über mehrere Kilometer kehrten.

00:11:12: Und das war ja der Kompromiss damals?

00:11:16: Du musstest den Feind nah ran kommen lassen um halbwegs eine Treffsicherheit und Durchleiskraft zu haben aber auf der anderen Seite wenn der Fein so nah war konnte Nummer eins natürlich auch auf Weg schießen.

00:11:28: und dann war das Thema des Nachladens.

00:11:31: Das war wirklich eine sehr dynamische Geschichte damals gewesen.

00:11:38: Die Akkubuselreiter, die haben ja oft auch so einen Angriff vorbereitet.

00:11:44: Sind rangirritten bis auf beispielsweise vierzig Meter an den Feind geschossen weg.

00:11:51: Wollt natürlich aus dem Schussbereich der feindlichen Muskeete wieder rauskommen und war aber noch nicht im Schuss Bereich der feinlichen Pistole drin.

00:11:59: Also das war alles irgendwie so ein Kompromiss!

00:12:01: Ja irre ne?

00:12:03: Und dann ... die Dragona hatten ja Wenn ich das richtig weiß, eine Lundenschlossmuskete dabei und die waren aber, also hast du ja gesagt Musketen kann man eigentlich nicht vom Pferd ausnehmen.

00:12:18: Also es ist dann eigentlich kein berittener Kämpfer sondern einfach nur ein Kämpfermit mit Pferden.

00:12:23: Genau absolut richtig getroffen.

00:12:26: der Dragona hat von Boden ausgekämpft und das war so ein Hybrid gewesen zwischen Reiter und Fußsoldat und das Pferde hat er als Taxi genutzt

00:12:37: war eine Stufe besser, der musste nicht alles laufen.

00:12:42: Und das hat sich übrigens sehr effektiv erwiesen, konnte natürlich schnell an einem Einsatzort sein, konnten sich schnell bewegen und dann abgesessen haben sie die Pferde irgendwo versteckt einer hat auf die pferde aufgepasst und dann die Gruppe der Tragoner sind zu ihrem Einsatzort und dann von da eben gekämpft geschossen.

00:13:03: Ja und dann lass uns mal die Elite kommen, wie du es vorhin so schön gesagt hast.

00:13:07: Nämlich den Kerasir.

00:13:11: Im Moment noch ein bisschen ... Wenn man das erste Mal liest oder hört eine komische Bezeichnung, glaube ich vollkommen also gar nicht mehr in unserem Sprachgebrauch drinnen.

00:13:20: Woher kommt der Name Kerasier?

00:13:24: Vom Keras-Kuras kommt aus dem lateinischen Französischen und früher bedeutete das Lederschutz.

00:13:32: Gehärtetes Leder dass ich einen frühen Mittelalter noch hatte.

00:13:37: Und das war der Keras.

00:13:40: und dann hat sich aus diesem Lederschutz, hat sich dann der Blechschutz entwickelt.

00:13:46: Interessanterweise ist der Begriff aber geblieben.

00:13:49: also der Kuras war dann in der frühe Neuzeit diese Blecherüstung Und dementsprechend der Reiter, der in diese Rüstung steckte war dann der Kerasir.

00:14:04: Wie muss ich mir das vorstellen?

00:14:05: Was hat er da alles an Rüstungen gehabt?

00:14:08: War es tatsächlich so einem Ritter noch nachempfunden nur ein bisschen leichter?

00:14:12: oder was gehörte alles zu so einer Rüstum?

00:14:16: Es war dem Ritter sehr ähnlich.

00:14:18: Man spricht auch von Dreivettelpanzerung weil Hände und Füße oft frei blieben, hat sich übrigens im Laufe des Krieges verändert.

00:14:27: Die Rüstung ging immer weiter zurück.

00:14:29: also die Blechteile, die Beinschienen zum Beispiel, hat man dann gegen Ende des Kriegs immer öfters weggelassen.

00:14:34: Immer wieder auch hier der Kompromiss zwischen Beweglichkeit und Schutz.

00:14:37: Und Sohn Keras hat so circa... ...vielfünfundzwanzig Kilo gewogen, vergleichbar mit einer Ritterrüstung auch.

00:14:45: Helm!

00:14:47: voll Visierhelme, wo du wirklich nur zwei Löcher oder Schlitze für die Augen hast und vielleicht noch ein Schlitz für den Mund.

00:14:54: Und es gab Helme, die vorne offen waren so wie bei den Motorraden, wie wir das jetzt haben.

00:14:59: dann natürlich Brustpanzer, Rückenpanzerschul der Armschienen, Beinschienen bis unter Unterbeinschienen und die Innen Schenkel waren offen und unter der Achsel dienen wegen der Beweglichkeit.

00:15:15: Das war zum Beispiel offen, aber wenn es der Kerasier auf seinem Pferd saß hat er sehr wenig Angrifffläche geboten und wir haben das also Regiment Johann-Wolsch natürlich die Rüstung nachgebaut also nicht ich sondern unsere Experten nach nachzeitgenössischer Originalvorlage.

00:15:36: natürlich wiegt auch knapp fünfundzwanzig Kilo.

00:15:42: Wie stark schränkt so eine Panzerung ein?

00:15:45: Und das Interessante ist, auf dem Pferd ganz wenig.

00:15:50: Du spürst, wenn du aufm Pferdsitzt die Rüstung nicht oder kaum weil zum einen sitzt du ja auch und zur Rüstungen gehört auch so ein Hüftreifen dazu.

00:16:00: Das ist da die Verbindung von Brust- und Rückenbanzern nach unten eben und diese Reifen dieser Hüfte Reifen der sitzt dann hinten am Sattel auf.

00:16:11: Das heißt, das Gewicht wird sich noch mal reduzieren wenn der Reiter im Sattel sitzt und die Rüstung war eben so gebaut dass er es sich für Hiebschlag gut bewegen konnte.

00:16:26: Und ja und das Problem war aber gewesen, wenn der Kürer sehr am Boden war, also sein Pferd getötet wurde, wenn er aus dem Sattel geflogen ist und dann hat er die fünfundzwanzig Kilo gespürt.

00:16:42: Und jetzt stellt der Foto, hast du einen Helm auf ohne nur zwei Löcher hast?

00:16:46: Ja!

00:16:46: Du hast vielleicht ein Degen in der Hand, vielleicht noch eine Pistole um dich herum feinde, du siehst ja fast nichts.

00:16:54: Deswegen war das immer das Ziel des Feindes gewesen den Carracier aus dem Satel zu holen.

00:16:59: Deswegen auch die langen Pieken...

00:17:01: Genau.

00:17:01: Die dann genau da drauf zielen, ja entweder das Pferd schwerst zu verletzen oder den Reiter rauszuheben?

00:17:07: Richtig und natürlich so traurig wie es klingt.

00:17:12: aber das Pfärd war natürlich oft auch das Ziel gewesen und Kerasir am Boden war für einen erfahrenen Fußsoldaten eine leichte Beute

00:17:22: Logisch.

00:17:23: Du hattest es ja neulich auch so gesagt, wir kommen gleich nochmal gleich jetzt mal zur Taktik welche die angewendet haben und da hat sich das von diesem Gewalthaufen den haben wir uns ja letzte Mal ein bisschen näher angeguckt und wollen jetzt gleich einmal über die Technik reden oder der Taktikk wie die welche die Kürassiere dann angewendete haben wenn sie dann eingesetzt wurden.

00:17:50: Wie ging das?

00:17:51: Wir unterscheiden zwischen Reiterrei gegen Reiterai oder Reiterei gegen Fußsoldaten.

00:17:57: Und bei Fußsoldaden war es in der Regel so, dass das sogenannte Gewalthaufen angegriffen wurde.

00:18:03: Also die feindlichen Fußsoldat haben sich im Gewalthaufen zu schützen versucht und kommen mal zur Reitererei gegen Reiterei.

00:18:14: Da war die Taktik in der Regel so, da sie aufeinander zugeritten sind übrigens nicht im vollen Galopp wie es manchmal auch gesagt wird oder ein Film dargestellt wird Du kennst dich ja gut mit Pferden aus.

00:18:25: Angeblich wollen die Pferde das auch nicht machen, im vollen Galopp in den Hinternis reinpreschen.

00:18:29: Da brauchst du wahrscheinlich extrem viel Training dazu, um das Pferd überhaupt dazu zu bringen.

00:18:35: und zum anderen ist es auch für den Menschen eine psychologische Sperre.

00:18:39: Die sind also im leichten Trab wohl aufeinander losgeritten vielleicht erst die letzten Meter beschleunigt und haben natürlich versucht sie mit der Pistole auf kurze Entfernung zu schießen.

00:18:51: Also lange Watten, Nervenkitzel natürlich nicht zu früh schießen und lange Watte dann schießen hoffentlich treffen.

00:18:59: Der Feinschießt natürlich auch und dann war das ein gleitender Übergang von der Radschlusspistole auf den Degen oder andere Hiebstichwaffen.

00:19:09: Das hat übrigens jeder Kerasier mindestens zwei Radschlusspistolen dabei also am Holster rechts und links im Holster drinnen am Sattel Und manchmal auch in den Stiefeln noch stecken.

00:19:22: Also es gibt Beispiele, dass die vier, fünf Pistolen bei sich hatten.

00:19:26: Denn wenn sie abgeschossen war, die Radschlosspistole, weil sie Pistone nachgeladen hast ... Das dauert ja auch eine halbe Minute bis zu einer Minute und da hast du oft die Zeit nicht gehabt.

00:19:35: Also ein fließender Übergang von Radschlosspistele auf Degen-Dolch-Streidachs, was auch immer die noch dabei hatten.

00:19:44: So dann sind die also aufeinander zugeritten?

00:19:47: Umdrehen wir keine Optionen!

00:19:49: Denn wenn du drehst, hast dir deinen Rücken dem Feind zugewandt.

00:19:55: Die Rüstung war in der Regel ... Der Rückenpanzer war dünner als den Brustpanzern.

00:20:01: Also durchlagskraft?

00:20:03: Schon mal wieder besser!

00:20:04: Da hat sich der Feind bestimmt an die Hände gerieben und man sagt okay jetzt kann ich auch mit meiner Pistole aus fünfzehn oder zwanzig Meter noch ein Treffer erzielen zumindest durchlagsmäßig in Erfolg.

00:20:18: Ja, so mit dem Rücken zum Feind ist ja immer eine schlechte Idee.

00:20:20: Dann hast du immer ne schlechte Ausgangsposition für den Kampf.

00:20:23: Also sind die aufeinander zugeritten und meistens irgendwie durch Lücken durcheinander durch?

00:20:28: Es war wie in der Massenschlägerei.

00:20:30: Und oft war es so dass sie dann aneinander... also durcheinander so durchsinn haben sich getreten wieder aufeineinander zu.

00:20:37: Und schwer vorzustellbar, wie das wirklich gewesen sein muss damals.

00:20:43: Und da auch hier wieder die Disziplin entscheidend, die Gruppe, die am besten zusammenbleiben konnte auf gleiche Höhe.

00:20:51: Die hat meistens eine bessere Ausbildung, die haben meistens dann auch den Erfolg gehabt.

00:20:56: Ja ich denke auch aufs Pferdematerial hat es ja dann sicherlich auch... Es ist drauf angekommen wenn ich ein erfahrenes Schlachtross habe was da auch ruhig bleibt.

00:21:10: Man kann sich das heute kaum noch vorstellen.

00:21:12: Wie gesagt, ich habe ein bisschen Pferdeaffinität, dass man mit Pferden mal in die Schlacht geritten ist.

00:21:17: Das kann man sich bei den heutigen Ferien kaum vorstellen für was sie alles scheuen.

00:21:20: Aber ja, das muss damals eine ganz andere Ausbildung gewesen sein auch beim Pferd.

00:21:28: Sehr harte Ausbildung!

00:21:30: Es gibt natürlich diese

00:21:32: Kriegsberater,

00:21:34: die auch damals schon so Bücher geschrieben haben... Mit Bildern und Erklärungen.

00:21:40: Und da ist man nicht zimperlich mit den Pferden umgegangen.

00:21:43: Die Pferde wurden übrigens nach Möglichkeit auch als Waffe eingesetzt, also die Schlachtrosse.

00:21:48: Die waren natürlich entsprechend teuer, weil sie eben dafür ausgebildet wurden meistens Hängste, die dann eben austreten nach vorne oder beißen nach hinten... Man sagt ja dass die auch ein gutes Schlachtroß diese Capriole heißt mit beiden Hufen, du weißt es ja noch besser als ich nach hinten ausschlagen.

00:22:08: Wobei die historischen Experten, die sagen ja das ist kaum eingesetzt worden weil dafür hast du den Platz in der Schlacht meistens gar nicht gehabt und ein Pferd dazu zu bringen war auch gar nicht so einfach.

00:22:23: also wahrscheinlich mit dem Vorderhofen ausschlagen oder nach hinten mit einem Hof austreten das nehme ich an dass das war dann schon einfacher machbar gewesen

00:22:35: eng aneinander vorbeireiten und dann, wie du es so schön gesagt hast, ne Schlägerei quasi hoch zu Pferd.

00:22:41: Ja genau.

00:22:45: Und dann widmen wir uns nochmal dem Gewalthaufen also sprich dem Pferdsufussoldat da haben wir ja letzte mal schon drüber gesprochen die Fußsoldaten am Boden ihre Piken nach vorne gehalten, hatten hinten dran ja die Musketen.

00:23:02: So haben wir das ja, hast du es ja aufgebaut, die sich dann immer wieder abgewechselt haben?

00:23:06: Sondern jetzt reiten die Reiter auf diesen Gewalthaufen zu und dann...

00:23:11: Also grundsätzlich in der Regel stand der Muskettier vorne mehrere Reintief, der Tief sagen mal so fünf sechs Reintiefe.

00:23:19: Die erste Reihe hat geschossen ging nach hinten die zweite Reihe vorne geschossen usw.. Und dann kommt der feindliche Reiterangriff.

00:23:28: dann sind die Musketeere nach hinten und die Piekenlierer nach vorne.

00:23:35: Haben ihre Pieke das Endteil in den Boden gerammt, in Fuß draufgestellt und etwa forty-fünf Grad nach vorne gehalten.

00:23:43: Und jetzt stellt er vor, fünfzig Mal in einer Reihe halten die Pieke tief, die nächsten fünfzig mal direkt hinter dir halten die Pieke vielleicht ein Stückchen höher und die nächste Reihe nochmal ein bisschen höher.

00:23:53: also ist eine richtige Stangenwald.

00:23:56: Da reitet niemand rein, weil das Selbstmord ist und weil die Piken so lang waren kamen die Reiter da einfach nicht ran.

00:24:04: auch die frühen Lanzenreiter kam dann nicht ran mal die Lanze der Reite eben kürzer gewesen ist.

00:24:12: aber die Pistole hat natürlich wiederum aus zehn bis fünfzehn Schritt oder zehn Meter sagen wir.

00:24:18: da konnten er durch die auf die Pikerniere schießen und sind dann möglichst schnell wieder weg.

00:24:24: also die Taktik war schnell ran und das ist auch in diesen diese Militärberater damals haben wir es auch gesagt auf den, auf das Fußvolk schnell ran reiten schießen schnell weg.

00:24:37: wenn mich aus dem Schuss bereicht der Muskehete wieder raus.

00:24:41: Und da gab's verschiedene Formationen.

00:24:45: Die Karakole das ist also nennt sich kommt aus dem spanischen lateinischen auch wieder also Schnecke weil die dann teilweise so schneckenförmig angeritten sind.

00:24:57: Teilweise in einer Linie hintereinander, der erste schießt geht zur Seite und wieder zurück.

00:25:04: Und da natürlich hast du gehofft, dass du den Schuss abgeben kannst schnell wieder weg, Pistole laden und erneut das Ganze.

00:25:15: Bis dann irgendwann hoffentlich der Gewalthaufen soweit zusammengeschossen war Bis man gesehen hat, okay jetzt sind nicht mehr genug Pikenere da.

00:25:25: Jetzt können wir den Durchbruch wagen.

00:25:27: oder was oft passiert ist wenn der Feind einfach abhaut bei der Gegner und das ist zum Beispiel der Schlacht am Weisenberg auch passiert.

00:25:36: Wenn die Flucht einsetzt oder wenn die ersten Gruppen anfangen weg zu rennen dann zieht das alle mit sich denn es ist so eine Massendynamik die dann einsetzt.

00:25:47: Die Moral dahin ja

00:25:49: Das entscheidet dann letztendlich auch den Sieg oder die Niederlage.

00:25:55: Auch in Tinde und Schwert, die ein Schlachtensappl hat.

00:25:58: Genau das passiert da auch.

00:25:59: Und das bringe ich da ja auch in die Geschichte rein wie tatsächlich die Formationen sich auflösten, die wie die Panik sich immer stärker verbreitete.

00:26:11: Dann ist irgendwann der Moment ... gekommen, wo dann wirklich alles zusammendricht.

00:26:16: Also waren die Reiter eigentlich gar nicht dazu da um diesen Gewalthaufen quasi zu überreiten?

00:26:23: Sondern man hat einfach versucht Feuerwaffen möglichst nah an den Feind mit den Pferden hinzubringen, möglichst schnell möglichst nachhinzubringern Um die vorderen Reihen schon mal so ein bisschen auszulichten.

00:26:37: Genau also zwei Zwei Dinge wollten sie erreichen, um mal eins so auszudüren.

00:26:43: Dass Sie selbst mit dem Pferd reinreinen konnten.

00:26:45: Denn gegen die Musketiere war der Kurasier weit überlegen wenn der Musketier nicht gerade geladen hatte.

00:26:53: Aber wenn der musketier abgeschossen hatte dann war er erst einmal nicht ganz wehrlos.

00:26:58: Er hat ja auch seinen Degen und Dolch.

00:27:00: aber wenn jetzt ein Gepanzer der Reiter auf dich zukommt hast du schlechte Chancen.

00:27:06: Und in dem Moment, wo die vorderen Pickeniereien ausgedünnt waren und die ersten Reiter diesen Gewalthaufen einbrechen konnten.

00:27:15: Dann wurde die Lücke sehr schnell immer größer.

00:27:18: Und natürlich kommt dann auch das Fußvolt dann hinten nach.

00:27:20: Dennoch heißt jetzt der eigene Gewalthafen kommt ja auch immer näher.

00:27:27: Ja interessant!

00:27:32: Eigentlich beides zusammengebracht, nämlich wir haben die über die Fußsoldaten gesprochen und über Hiebstich- und Feuerwaffen.

00:27:42: Und jetzt heute über die Reiterei.

00:27:46: Wir haben es zumindest immer mal ein bisschen angesprochen.

00:27:49: aber wir müssen uns noch zusammenbringen mit deinem Buch, deiner Geschichte.

00:27:55: Das haben wir beim nächsten Mal vor dass wir dann einfach mal drüber sprechen wo kommt denn in Tinte und Schwert?

00:28:02: Diese Sachen dann auch taktisch zum Einsatz.

00:28:06: Genau über diese Dinge, die wir jetzt gesprochen haben in den letzten zwei Podcasts und da die Beispiele verbinden mit Tinde und Schwert und natürlich auch die historischen Hintergründe, die dahinterstecken.

00:28:17: Da freue ich mich schon sehr

00:28:18: auf!

00:28:19: Das wird auf jeden Fall spannend.

00:28:20: Insofern bleibt ihr auch gespannt da draußen.

00:28:26: und schon viel Spaß.

00:28:28: für diejenigen, die noch am Lesen sind ... des ersten Bandes.

00:28:33: Matthias ist schon mal ganz fleißig, hat er gerade gesagt am zweiten Band der ja noch dieses Jahr noch erscheinen soll.

00:28:40: Im Oktober

00:28:41: also zur Buchmesse soll das Buch schon... Also in Frankfurt der Buchmessen soll das Book schon präsentiert werden.

00:28:48: Na da drücken wir dir die Daumen und ich hoffe dass du dann noch, dass wir noch den nächsten Podcast gut rumbringen oder die Zeit findest.

00:28:56: und bis dahin alles Gute und bis bald!

00:28:59: Vielen Dank.

00:29:00: Bis zum nächsten Mal!

Über diesen Podcast

Der Dreißigjährige Krieg ist eines der dunkelsten, grausamsten aber auch spannendsten Epochen unserer Vergangenheit. Der erfolgreiche Thrillerautor Matthias Söder hat sich dieser Zeit in seinem neuen Buch genähert. Er beschreibt die Zeit aus Sicht eines jungen Mannes aus Unterfranken, der eigentlich mit seinem Leben etwas anderes vor hatte und dann unfreiwillig Teil der Geschichte wurde.

Marcus Lipsius erfahrener Podcaster und Moderator stellt gemeinsam mit dem Autor nicht nur das Buch, das Teil einer Trilogie ist, vor sondern führt auch hinein in diese Zeit, die noch gar nicht so lange her ist...

von und mit Marcus Lipsius, Matthias Söder

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